Nutzhanf als CO₂-Speicher: Nachhaltige Alternative in der Bauindustrie

Nutzhanf als CO₂-Speicher: Nachhaltige Alternative in der Bauindustrie

Entdecke, wie Nutzhanf als effizienter CO₂-Speicher und nachhaltiger Baustoff die Bauindustrie revolutionieren kann. Erfahre mehr über seine Vorteile und Potenziale.
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In Zeiten des Klimawandels sucht die Bauindustrie verstärkt nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Alternativen zu herkömmlichen Baumaterialien.

Nutzhanf erweist sich dabei als vielversprechende Option, die nicht nur CO₂ effektiv bindet, sondern auch zahlreiche weitere Vorteile bietet.



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CO₂-Bindung und Speicherung

Hanf zeigt eine beeindruckende Fähigkeit, Treibhausgase zu binden und zu speichern. Studien belegen, dass Hanf in seiner Effizienz zur CO₂-Speicherung mit schnell wachsenden Baumarten wie Fichten, Douglasien und Birken vergleichbar ist[1]. Je nach Strohertrag kann Hanf zwischen 9,5 und 11,4 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Hektar binden. Diese Werte beziehen sich auf die Bruttomenge, also den gesamten vom Hanf auf dem Feld gebundenen Kohlenstoff.

Berücksichtigt man die Emissionen, die bei Anbau, Ernte und Verarbeitung entstehen, liegt die Netto-Kohlenstoffbindung von Hanf zwischen 5,5 und 11 Tonnen pro Hektar – ähnlich wie bei Holz.

 

Vorteile als Baustoff

Hanf bietet als Baustoff zahlreiche Vorteile:

1. Wärmedämmung: Hanfsteine erreichen bei einer Stärke von 40 cm einen U-Wert von 0,18. Bei 45 cm Wanddicke erfüllen sie sogar den Passivhaus-Standard.

2. Schalldämmung: Hanf absorbiert Schall sehr gut und sorgt für eine ruhige Wohnumgebung.

3. Feuchtigkeitsregulierung: Hanfputz und -wände nehmen überschüssige Luftfeuchtigkeit auf und geben sie bei Bedarf wieder ab, was das Raumklima positiv beeinflusst.

4. Natürliche Kühlung: Durch die Feuchtigkeitsregulierung entsteht Kondensationsenergie, die wie eine natürliche Klimaanlage wirkt.

5. Luftreinigung: Der beigemischte Kalk in Hanfsteinen und -beton neutralisiert Gerüche und reinigt die Raumluft.

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Regionalität und Klimaneutralität

Ein weiterer Vorteil von Hanf ist seine regionale Verfügbarkeit. In der EU wird Nutzhanf bereits auf über 33.000 Hektar angebaut, mit steigender Tendenz. Dies ermöglicht kurze Transportwege und verbessert die Gesamtklimabilanz.

Hanf als Baumaterial ist nicht nur klimaneutral, sondern sogar klimapositiv. Ein Reihenhaus aus Hanfbeton mit einer Grundfläche von 52 Quadratmetern hat einen negativen CO₂-Fußabdruck von etwa 30 Tonnen. Das bedeutet, dass es mehr CO₂ bindet, als für Anbau und Verarbeitung benötigt wird.

 

Recycling und Entsorgung

Am Ende seines Lebenszyklus punktet Hanf erneut: Das Material ist problemlos recycelbar, da keine Bindemittel oder chemischen Stoffe verarbeitet werden. Dies vereinfacht den Abbruch von Gebäuden und ermöglicht eine vollständige Wiederverwendung des Materials.

 

Fazit

Nutzhanf erweist sich als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Baustoffen wie Holz, Beton und Stahl. Seine Fähigkeit zur CO₂-Bindung, kombiniert mit exzellenten bauphysikalischen Eigenschaften und der Möglichkeit zum vollständigen Recycling, macht Hanf zu einem zukunftsweisenden Baustoff. In Zeiten des Klimawandels und der Suche nach nachhaltigen Lösungen könnte Hanf eine Schlüsselrolle in der Bauindustrie einnehmen und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele leisten.



Quelle:
https://baustoffe.rw.net/article/WZq8crGs5gu9nNYX3JdNx
https://www.stern.de/panorama/wissen/es-koennte-beton-und-stahl-ersetzen–forschern-gelingt-herstellung-von-super-holz-33235242.html
https://www.lilligreen.de/hanfholz

 


Autor

Autor: Michael Fischer   
eMail: m.fischer@deutsches-hanfblatt.de

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