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Medizinisches Cannabis im Internet – Gesundheitsminister Hoch fordert strengere Gesetze

Medizinisches Cannabis zu leicht erhältlich? Gesundheitsminister Hoch (SPD) fordert strengere Gesetze für Online-Apotheken! 🚨 Patienten und Experten warnen jedoch vor Überregulierung. 💊💭 Wie stehst du dazu?
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Medizinisches Cannabis im Internet – Gesundheitsminister Hoch fordert strengere Gesetze

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Medizinisches Cannabis zu leicht erhältlich? Rheinland-Pfalz will strengere Regeln

Die Debatte um medizinisches Cannabis in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sieht dringenden Handlungsbedarf, weil Medizinal-Cannabis angeblich zu leicht über das Internet zu beschaffen sei. Auch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz teilt diese Einschätzung. Ein konkreter Fall aus Mainz hat die Diskussion neu entfacht.

Einzelfall oder systematisches Problem?

Laut Hoch gibt es Hinweise darauf, dass medizinisches Cannabis über Online-Apotheken zu unkontrolliert vertrieben wird. Ein Beispiel aus Mainz soll dies belegen: Eine Person habe offenbar ohne größere Hürden Cannabis auf Rezept erhalten, obwohl die medizinische Notwendigkeit fraglich gewesen sei. Details zu diesem Fall wurden bislang nicht veröffentlicht, doch er genügte dem Minister, um eine politische Diskussion über eine Verschärfung der Regelungen anzustoßen.

Wie bekommt man aktuell Medizinal-Cannabis?

Seit der Gesetzesänderung von 2017 ist es Patienten mit bestimmten Diagnosen möglich, Cannabis auf Rezept zu erhalten. Ärztliche Verschreibungen sind jedoch an strenge Bedingungen geknüpft:

  • Eine schwerwiegende Erkrankung muss vorliegen (z. B. chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie).
  • Andere Therapiemöglichkeiten müssen ausgeschöpft sein oder als nicht zielführend gelten.
  • Die Verordnung erfolgt durch einen Arzt, der die medizinische Notwendigkeit bestätigt.
  • Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist an strenge Auflagen gebunden.

Der Vertrieb erfolgt über Apotheken – darunter auch Online-Apotheken, die in Deutschland zugelassen sind. Der Gesundheitsminister kritisiert nun, dass es in diesem Bereich offenbar Lücken gebe.

Minister Hoch fordert strengere Regelungen

Clemens Hoch sieht die aktuelle Situation kritisch und fordert gesetzliche Anpassungen, um die „unkontrollierte Verfügbarkeit“ einzudämmen. Dabei steht die Frage im Raum, ob Online-Apotheken ausreichend prüfen, ob eine Verschreibung gerechtfertigt ist.

„Die Verschreibung von Medizinal-Cannabis muss streng kontrolliert werden, um Missbrauch zu verhindern“, so Hoch. Eine Reform des Verfahrens könnte bedeuten, dass Online-Bestellungen erschwert oder stärker reguliert werden.

Kritik an Hochs Forderung – droht eine Überregulierung?

Während Hoch eine Verschärfung fordert, gibt es auch Stimmen, die vor einer unnötigen Hürde für Patienten warnen. Viele Betroffene klagen ohnehin über bürokratische Hürden bei der Cannabis-Verschreibung. Eine noch strengere Regulierung könnte bedeuten, dass Menschen, die Cannabis wirklich benötigen, es künftig schwerer bekommen.

Auch aus der Apothekerschaft gibt es Zurückhaltung: Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) betont, dass Apotheken bereits strengen Vorschriften unterliegen und eine weitere Einschränkung wenig sinnvoll sei.

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Wie geht es weiter?

Ob es tatsächlich zu einer Gesetzesverschärfung kommt, bleibt abzuwarten. Die Diskussion zeigt jedoch, dass das Thema medizinisches Cannabis in Deutschland weiterhin umstritten ist. Während einige Politiker strengere Regeln fordern, warnen Patienten und Experten vor übertriebener Regulierung.

Fakt ist: Die Nachfrage nach Medizinal-Cannabis steigt, und die Politik wird sich weiterhin mit der Frage beschäftigen müssen, wie der Zugang kontrolliert, aber nicht unnötig erschwert wird.

Quellen:
Bundesministerium für Gesundheit: bmg.bund.de
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA): abda.de
– Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (2017)

Titelbild:
– AdobeStock


Autor

Autor: Michael Fischer   
eMail: m.fischer@deutsches-hanfblatt.de

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