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Cannabis Social Clubs: Warum sie trotz Profitverbot lukrativ sind und welche Finanzierungsoptionen bestehen
Seit dem 1. April 2024 ist es Erwachsenen in Deutschland erlaubt, unter bestimmten Bedingungen Cannabis zu konsumieren, zu besitzen und anzubauen. Eine zentrale Rolle dabei spielen die sogenannten Cannabis Social Clubs (CSCs), die den gemeinschaftlichen Anbau organisieren. Diese Vereine dürfen offiziell keinen Gewinn erwirtschaften – eine ARD-Reportage zeigt jedoch, wie sie dennoch wirtschaftlich attraktiv sein können. Gleichzeitig gibt es weitere Möglichkeiten zur Finanzierung, die den Vereinen zusätzliche Perspektiven bieten.
Wie funktionieren Cannabis Social Clubs?
Ein Beispiel für einen solchen Verein ist der CSC Ganderkesee in Niedersachsen, der als erster Club Deutschlands eine Genehmigung erhielt. Mitglieder zahlen monatliche Beiträge, um an der gemeinschaftlich angebauten Ernte beteiligt zu werden. Dabei dürfen pro Mitglied maximal 50 Gramm Cannabis im Monat ausgegeben werden. Laut Gründer Daniel sei das Ziel, am Ende eine „Null“ in den Büchern stehen zu haben, um den Non-Profit-Ansatz zu wahren.
Dennoch bietet der gemeinschaftliche Anbau eine gewisse Flexibilität. Im High-Tech-Gewächshaus, dessen Standort aus Sicherheitsgründen geheim bleibt, können durch optimierte Bedingungen hochwertige Pflanzen produziert werden. Der Wert einer solchen Ernte liegt leicht im fünfstelligen Bereich.
Wirtschaftliche Tricks: Wie CSCs zur „Cash Cow“ werden
Die Reportage „Grünes Gold: Inside Cannabis-Clubs“ von „Y-Kollektiv“ zeigt, wie Vereine trotz des Verbots der Gewinnerzielung finanziell lohnend sein können. Juristische Schlupflöcher spielen dabei eine Rolle. Neben der eigentlichen Anbaugemeinschaft können Drittunternehmen gegründet werden, die Dienstleistungen wie Sicherheit, Transport oder Verpachtung anbieten. Diese sind unabhängig vom Club und dürfen sehr wohl Gewinne erzielen.
Zusätzliche Finanzierungsoptionen für Cannabis Social Clubs
Neben den beschriebenen Drittgesellschaften gibt es weitere Möglichkeiten, die Finanzierung von CSCs zu diversifizieren:
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Spenden und Crowdfunding: Vereine können Spendenkampagnen starten oder Crowdfunding-Plattformen nutzen, um Gelder für den Aufbau und Betrieb zu sammeln. Transparente Kommunikationsstrategien können potenzielle Unterstützer motivieren.
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Kooperationen mit Forschungseinrichtungen: Durch Kooperationen mit Universitäten oder Pharmaunternehmen können Clubs ihre Flächen für wissenschaftliche Studien bereitstellen. Dies bietet nicht nur Einnahmen, sondern auch Imagegewinn.
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Workshops und Events: CSCs können Veranstaltungen wie Anbau-Workshops, Infoabende oder kulturelle Events organisieren. Einnahmen aus Teilnahmegebühren können zur Deckung der Vereinskosten beitragen.
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Verkauf von Merchandise: Clubs können eigene Produkte wie Kleidung, Accessoires oder Anbauzubehör mit Vereinsbranding verkaufen.
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Sponsoring: Unternehmen, die mit der Cannabisbranche verbunden sind, können als Sponsoren auftreten und den Clubs finanzielle Unterstützung bieten.
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Mitgliedsbeiträge staffeln: Neben einem Grundbeitrag könnten Mitglieder freiwillig höhere Beiträge zahlen, um den Club zu unterstützen und Premium-Vorteile wie Zugang zu exklusiven Veranstaltungen zu erhalten.
Der Einfluss auf den Schwarzmarkt
Ein Ziel der Legalisierung und der CSCs ist es, den Schwarzmarkt einzudämmen. Ob dies tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Mitglieder wie Gisela, eine Seniorin aus Ganderkesee, sehen jedoch große Fortschritte: „Ich freue mich, dass die Jugend nicht mehr auf den Schwarzmarkt angewiesen ist, wenn sie etwas ausprobieren will.“
Gründer Daniel bezeichnet die Eröffnung des CSCs als „historischen Tag“. Die positiven Rückmeldungen der Mitglieder zeigen, dass die Vereine nicht nur als Anbauorganisationen, sondern auch als Gemeinschaftsprojekte eine wichtige Rolle spielen.
Fazit
Cannabis Social Clubs stehen vor der Herausforderung, wirtschaftlich zu arbeiten, ohne Gewinn zu erzielen. Mit innovativen Finanzierungsmodellen und juristischen Gestaltungsmöglichkeiten können sie jedoch erfolgreich sein und eine Alternative zum Schwarzmarkt bieten. Die Einbindung von Mitgliedern und die Nutzung externer Finanzierungskanäle können dabei entscheidende Hebel sein.
Quellen:
– ARD-Reportage „Grünes Gold: Inside Cannabis-Clubs“Â
– Y-Kollektiv Dokumentationen
– CSC Ganderkesee
Titelbild:
– Bild von AS Photograpy auf Pixabay
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