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Cannabis Social Club scheitert: Legalisierungshürden zu hoch für Verein in Falkensee

Geplanter Cannabis Social Club in Falkensee gibt auf. Hohe Kosten, Bürokratie und gesetzliche Einschränkungen verhindern Gründung. Beispiel zeigt Herausforderungen für Anbauvereine nach Teil-Legalisierung.
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Der Traum vom eigenen Cannabis Social Club (CSC) in Falkensee bei Berlin ist geplatzt. Nach monatelanger intensiver Vorbereitung haben die acht Gründungsmitglieder des geplanten Vereins „Genusshanf Falkensee“ ihr Projekt aufgegeben. Die Gründe dafür sind vielfältig und werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen CSCs in Deutschland nach der Teil-Legalisierung von Cannabis konfrontiert sind.



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Hohe Investitionskosten als Haupthindernis

Als größtes Hindernis erwies sich die Finanzierung. Für Umbaumaßnahmen, Anlagentechnik und laufende Kosten bis zur ersten Ernte kalkulierte der Verein mit einem Kapitalbedarf von 100.000 bis 110.000 Euro. „Trotz intensiver Bemühungen konnten wir keine Investoren finden. Bankkredite gibt es für solche Projekte nicht“, erklärt ein Gründungsmitglied. Die hohen Anfangsinvestitionen hätten zu einem Abgabepreis von 10-11 Euro pro Gramm in den ersten Jahren geführt – deutlich über dem Schwarzmarktpreis.

 

Bürokratische Hürden verzögern Genehmigungsprozess

Auch die bürokratischen Hürden erwiesen sich als höher als erwartet. Für die ins Auge gefasste Immobilie wäre ein aufwendiger Umnutzungsantrag nötig gewesen, um aus einem Wohngebäude eine Gewerbeimmobilie zu machen. „Das hätte Monate gedauert und weitere Kosten verursacht, ohne Garantie auf Genehmigung“, so die Initiatoren. Hinzu kamen offene Fragen zu Brandschutz und Stromversorgung.

 

Gesetzliche Einschränkungen erschweren wirtschaftlichen Betrieb

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für CSCs sehen die Gründer kritisch: „Wir dürfen nicht aktiv um Mitglieder werben. Eine Erweiterung des Angebots über Blüten und Haschisch hinaus ist verboten. Und einen professionellen Anbauer dürfen wir nicht marktgerecht bezahlen.“ All das mache es schwer, einen CSC wirtschaftlich zu betreiben und Mitglieder langfristig zu binden.

 

Konkurrenz durch Eigenanbau und medizinisches Cannabis

Als weitere Herausforderung sehen die Initiatoren die Konkurrenz durch Eigenanbau und günstige medizinische Cannabisblüten. „Online-Apotheken bieten teilweise Gramm-Preise um 5 Euro in hervorragender Qualität. Da können wir als kleiner Verein nicht mithalten“, bedauern sie.

 

Fazit: Gesetzgeber muss nachbessern

Das Scheitern des CSC-Projekts in Falkensee zeigt exemplarisch die Schwierigkeiten, mit denen Anbauvereine in Deutschland zu kämpfen haben. Die Initiatoren ziehen ein ernüchtertes Fazit: „Eine Anbauvereinigung im Sinne des Gesetzgebers bietet trotz des Risikos keine Anreize, die im Verhältnis zum geforderten Aufwand stehen.“ Sie hoffen nun, dass andere CSCs in der Region mehr Erfolg haben werden und der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen nachbessert.

Für Cannabis-Konsumenten in Falkensee bedeutet das Aus des Projekts, dass sie vorerst weiterhin auf legale Bezugsquellen in der näheren Umgebung warten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sich unter den aktuellen Bedingungen überhaupt genügend CSCs in Deutschland etablieren können, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.



Cannabis Social Clubs in Deutschland:
Hohe Hürden bremsen Legalisierung aus

Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland sollte ein Meilenstein sein, doch die Umsetzung gestaltet sich schwieriger als erwartet. Insbesondere die Cannabis Social Clubs (CSCs), die als wichtiges Instrument zur Eindämmung des Schwarzmarktes gedacht waren, stehen vor enormen Herausforderungen. Ein Beispiel dafür ist das gescheiterte Projekt des CSC Genusshanf Falkensee, das aufgrund der hohen bürokratischen und finanziellen Hürden aufgegeben werden musste.

 

Komplexe Antragsverfahren und unklare Zuständigkeiten

Seit Juli 2024 können Cannabis Social Clubs Anträge für Anbaulizenzen stellen. Doch die Realität zeigt, dass dieser Prozess alles andere als einfach ist. Friedemann Söffing, Vorsitzender des Cannabis Social Clubs Weimar, berichtet von einem rund 100-seitigen Antrag, der umfangreiche Informationen und Nachweise erfordert. Die Komplexität des Verfahrens stellt viele Vereine vor große Herausforderungen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zuständigkeiten für die Bearbeitung der Anträge in vielen Bundesländern noch unklar sind. In Berlin beispielsweise herrscht ein Kompetenzgerangel zwischen der Gesundheitsverwaltung, den Bezirken und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Diese Unklarheiten führen zu erheblichen Verzögerungen und Frustration bei den Antragstellern.

 

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Finanzielle Belastungen und strenge Auflagen

Die Gründung und der Betrieb eines Cannabis Social Clubs sind mit erheblichen Kosten verbunden. Das Beispiel des „Wubatz“-Vereins in Wuppertal zeigt, dass allein die Vorbereitung des Lizenzantrags und die Einrichtung der Anbauhalle rund 90.000 Euro gekostet haben. Hinzu kommen laufende Fixkosten von etwa 12.000 Euro pro Monat – und das, ohne die Gewissheit zu haben, ob am Ende tatsächlich eine Anbaulizenz erteilt wird.

Der gescheiterte CSC in Falkensee kalkulierte sogar mit einem Kapitalbedarf von 100.000 bis 110.000 Euro für Umbaumaßnahmen, Anlagentechnik und laufende Kosten bis zur ersten Ernte. „Trotz intensiver Bemühungen konnten wir keine Investoren finden. Bankkredite gibt es für solche Projekte nicht“, erklärt ein Gründungsmitglied. Die hohen Anfangsinvestitionen hätten zu einem Abgabepreis von 10-11 Euro pro Gramm in den ersten Jahren geführt – deutlich über dem Schwarzmarktpreis.

Auch die strengen Sicherheits- und Hygieneauflagen stellen die Vereine vor Herausforderungen. Der Cannabis Social Club Weimar plant beispielsweise einen speziellen Abgabebereich mit Zugangskontrolle und einen streng gesicherten Anbaubereich. Diese Maßnahmen sind zwar nachvollziehbar, erhöhen aber die Kosten und den organisatorischen Aufwand erheblich.

 

Bürokratische Hürden verzögern Genehmigungsprozess

Für die ins Auge gefasste Immobilie in Falkensee wäre ein aufwendiger Umnutzungsantrag nötig gewesen, um aus einem Wohngebäude eine Gewerbeimmobilie zu machen. „Das hätte Monate gedauert und weitere Kosten verursacht, ohne Garantie auf Genehmigung“, so die Initiatoren. Hinzu kamen offene Fragen zu Brandschutz und Stromversorgung.

 

Gesetzliche Einschränkungen erschweren wirtschaftlichen Betrieb

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für CSCs sehen die Gründer kritisch: „Wir dürfen nicht aktiv um Mitglieder werben. Eine Erweiterung des Angebots über Blüten und Haschisch hinaus ist verboten. Und einen professionellen Anbauer dürfen wir nicht marktgerecht bezahlen.“ All das mache es schwer, einen CSC wirtschaftlich zu betreiben und Mitglieder langfristig zu binden.

 

Konkurrenz durch Eigenanbau und medizinisches Cannabis

Als weitere Herausforderung sehen die Initiatoren die Konkurrenz durch Eigenanbau und günstige medizinische Cannabisblüten. „Online-Apotheken bieten teilweise Gramm-Preise um 5 Euro in hervorragender Qualität. Da können wir als kleiner Verein nicht mithalten„, bedauern sie.

 

Kritik an Überregulierung und Bürokratie

Viele Akteure in der Cannabis-Szene kritisieren die aus ihrer Sicht überzogenen bürokratischen Hürden. Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband bezeichnet das Gesetz als „viel zu kompliziert, fürchterlich überbürokratisiert und gespickt mit jeder Menge schwachsinnigen Vorgaben„. Es besteht die Befürchtung, dass die hohen Anforderungen und damit verbundenen Kosten den Schwarzmarkt letztlich stärken könnten, anstatt ihn einzudämmen.

 

Ausblick und Hoffnungen

Trotz der Schwierigkeiten gibt es auch positive Beispiele. In Niedersachsen wurden bereits mehrere Genehmigungen für Cannabis Social Clubs erteilt. Dies zeigt, dass die Umsetzung grundsätzlich möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Viele Aktivisten und Befürworter der Legalisierung hoffen, dass die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden werden können. Sie sehen in den Cannabis Social Clubs nach wie vor eine Chance, ein kontrolliertes und sicheres Angebot zu schaffen und den Schwarzmarkt einzudämmen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob es gelingt, die bürokratischen Hürden abzubauen und mehr Vereinen die Möglichkeit zu geben, legal Cannabis anzubauen und abzugeben. Bis dahin bleibt die Situation für viele Cannabis-Enthusiasten und potenzielle Club-Betreiber frustrierend und ungewiss.

Für Cannabis-Konsumenten in Regionen wie Falkensee bedeutet das Scheitern lokaler CSC-Projekte, dass sie vorerst weiterhin auf legale Bezugsquellen in der näheren Umgebung warten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sich unter den aktuellen Bedingungen überhaupt genügend CSCs in Deutschland etablieren können, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.



🌿 Cannabis Social Club in Falkensee gescheitert! 😔

Trotz monatelanger Vorbereitung mussten die Gründer aufgeben. Gründe:
💰 Hohe Investitionskosten
📝 Bürokratische Hürden
⚖️ Strenge gesetzliche Auflagen

Das Beispiel zeigt: Die Teil-Legalisierung macht es Anbauvereinen nicht leicht! Der Gesetzgeber muss dringend nachbessern, damit legales Cannabis eine echte Alternative wird.

Was meint ihr? Braucht es Erleichterungen für Cannabis Social Clubs? 🤔



Quellenangabe: CSC Genusshanf Falkensee i.G. (e.V.)


Autor

Autor: Michael Fischer   
eMail: m.fischer@deutsches-hanfblatt.de

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