Timon Panke (links) und Christopher Theissen haben in Düsseldorf den Cannabis Social Club „DuesselHanf“ gegründet. Seit einigen Wochen warten die beiden nun auf die Anbaugenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf. © NRZ | Damm

Cannabis-Clubs in Deutschland: Herausforderungen und Perspektiven nach der Legalisierung

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland eröffnet neue Möglichkeiten, doch Cannabis Social Clubs stehen vor erheblichen Hürden. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsaussichten für Anbauvereine.
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Cannabis-Clubs in Deutschland: Zwischen Hoffnung und Hürden

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat eine neue Ära eingeläutet, doch die Realität für Cannabis Social Clubs (CSCs) gestaltet sich komplexer als erwartet. Seit dem 1. April 2024 ist der Konsum und Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit erlaubt, und seit dem 1. Juli gelten die Regelungen für Anbauvereine. Trotz dieser Fortschritte stehen viele CSCs vor erheblichen Herausforderungen.

 

Die Situation in Nordrhein-Westfalen

In NRW wurden bislang 80 Anträge für Anbaugenehmigungen gestellt, doch nur eine einzige Genehmigung wurde erteilt – an einen Verein in Bielefeld. Die meisten Anträge waren unvollständig, was die Komplexität des Prozesses unterstreicht.

Timon Panke (links) und Christopher Theissen haben in Düsseldorf den Cannabis Social Club „DuesselHanf“ gegründet. Seit einigen Wochen warten die beiden nun auf die Anbaugenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf. © NRZ | Damm
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Der Fall DuesselHanf

Der Düsseldorfer Cannabis Social Club „DuesselHanf“, gegründet von Timon Panke und Christopher Theissen, steht exemplarisch für die Schwierigkeiten, mit denen viele Vereine konfrontiert sind. Trotz umfangreicher Vorbereitungen und eines 43-seitigen Antrags warten sie noch immer auf die behördliche Erlaubnis zum Anbau.

Bürokratische Hürden und politischer Wille

Chris Demmer, Sprecher des Hanfverbandes Düsseldorf, kritisiert den mangelnden politischen Willen der Landesregierung. Die späte Festlegung der Zuständigkeiten für die Genehmigungserteilung hat zu Verzögerungen geführt. Zusätzlich müssen Vorstandsmitglieder der Anbauvereine ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Gewerberegisterauszug vorlegen.

Finanzielle Herausforderungen

Die Gründung eines Cannabis-Clubs mit 500 Mitgliedern erfordert Investitionen von rund 100.000 Euro. Diese Summe umfasst Kosten für Miete, Pflanzen, Dünger und Anbauzubehör. Die hohen finanziellen Hürden haben bereits dazu geführt, dass einige potenzielle Gründer von ihren Plänen Abstand genommen haben.

Zukunftsaussichten

Trotz der Herausforderungen bleibt die Stimmung bei vielen CSCs optimistisch. DuesselHanf plant, im Dezember mit dem Anbau zu beginnen, sofern die Genehmigung erteilt wird. Die erste Ernte wird für Februar 2025 erwartet. Parallel sucht der Verein nach einem geeigneten Ladenlokal für den Verkauf.

Fazit

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland markiert einen bedeutenden Wendepunkt. Dennoch zeigt die aktuelle Situation der Cannabis Social Clubs, dass der Weg zur vollständigen Umsetzung noch lang und herausfordernd ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und ob die bürokratischen Hürden abgebaut werden können, um den legalen Anbau und Vertrieb von Cannabis zu erleichtern.

 


Quelle: NRZ
Foto:
© NRZ | Damm

Link: https://www.nrz.de/lokales/duesseldorf/article407388836/noch-nichts-angebaut-warum-cannabis-clubs-in-der-luft-haengen.html

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Autor
Autor: Michael Fischer   
eMail: m.fischer@deutsches-hanfblatt.de

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